Zonta-Preis Darmstadt

Der Zonta-Preis Darmstadt zeichnet eine sehr gute Studienleistung, einhergehend mit einem hohen sozialen Engagement aus. Er möchte Mut machen, auf dem eingeschlagenen Weg weiter voranzuschreiten. Gleichzeitig wird mit der Auslobung des Preises ein wichtiges Ziel von Zonta International umgesetzt:

„Promote education, training and professional development of women."

Bewerben können sich herausragende Master-Studentinnen oder - Absolventinnen des Fachbereichs Maschinenbau der TU Darmstadt. Die nächste Verleihung findet in 2021 statt.

Preisträgerin 2019: Pauline Brumm

Frau Pauline Brumm, seit Januar 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Druckmaschinen und Druckverfahren im Maschinenbaufachbereich der TU Darmstadt bei Prof. Dörsam, hat sich in ihrer im November 2018 abgegebenen Arbeit mit dem folgenden Thema beschäftigt:

"Strömungsdynamische Musterbildung bei der Farbspaltung: Einfluss der Elastizität der Druckform auf die Fingerstabilität"

Beim Druck treten beim raschen Abheben der Druckform vom Drucksubstrat unerwünschte spontane Muster im Druckbild auf, die auf winzigen Strömungswirbeln im Druckfluid beruhen. Diese werden „Viscous Fingering" genannt und folgen bestimmten strömungsdynamischen Skalengesetzen, die bereits vor 70 Jahren formuliert wurden.

Von links: Sonja Hartmann (Präsidentin ZC Darmstadt), Preisträgerin Pauline Brumm (Foto: Andreas Kelm)

Frau Brumm hat es sich zur Aufgabe gemacht, die in den letzten Jahren bei Untersuchungen angezeigten Abweichungen von diesen Gesetzen und die damit verbundene Instabilität des Druckergebnisses zu untersuchen, die vermuteten Abweichungen zu belegen oder zu widerlegen und damit ggfs. die 70 Jahre alte Lehrmeinung zumindest in Teilen in Frage zu stellen.

Prof. Dörsam schreibt in seinem sehr ausführlichen Gutachten: „Die Arbeit dokumentiert ein Experiment, in dem ein charakteristischer Parameter eines seit 70 Jahren diskutierten, aber noch nicht völlig verstandenen Strömungsphänomens unter Verwendung einer Industrie- Druckmaschine mit höchstmöglicher Präzision ermittelt wurde. ... Das Ergebnis trägt zur Entwicklung neuartiger Konstruktionsprinzipien für Druckmaschinen, aber auch für Turbinen und Energieanlagen bei. Zukünftig müssen diese Konstruktionsprinzipien drastisch. verschärften Immissionsrichtlinien genügen. Konkret besteht das Ziel des Instituts für Druckmaschinen und Druckverfahren darin, mineralölbasierte Druckfarben aus der industriellen Fertigung zu entfernen und durch biologisch abbaubare, wasserbasierte zu ersetzen."

Frau Brumm stellte in sehr verständlicher Form die Aufgaben, Ziele und Ergebnisse sowie die besonderen Herausforderungen ihres Projektes vor und unterstützte das Verständnis durch praktische Demonstration der Farbverteilung beim Drucken.
Die wissenschaftliche Exzellenz von Frau Brumm zeigte sich bereits bei ihrer Bachelorarbeit, deren Ergebnis sie auf einer Konferenz vorstellen und in einem Fachartikel publizieren konnte. Auch die Unterstützung durch die Studienstiftung des deutschen Volkes über mehr als 6 Jahre unterstreicht diese Einschätzung.
Besonders gefallen hat auch das seit der Schulzeit andauernde soziale Engagement, u.a. in einem Freiwilligen Sozialen Jahr und zuletzt als Mentorin für chinesische Studentinnen.
Mit dem ZONTA-Gedanken hat sich Frau Brumm ausführlich auseinandergesetzt, wovon wir uns im persönlichen Gespräch überzeugen konnten.

Wir sind sicher, mit ihr eine sehr würdige Preisträgerin gefunden zu haben.

Preisträgerin 2017: Anne Martin

Im Jahr 2017 lagen vier sehr gute Bewerbungen vor, so dass das Preisgremium erst nach langen Diskussionen eine Entscheidung fällen konnte.

Ausgezeichnet wird Frau Anne Martin, seit März 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Konstruktionswerkstoffe im Maschinenbaufachbereich der TU Darmstadt bei Prof. Oechsner, die sich in ihrer im September 2015 abgegebenen Arbeit mit einem interdisziplinären Thema beschäftigt hat:

 

„Generating ideal surface structure of PEEK implants and applying titanium to improve osteoconductivity"

Von links: Professor Matthias Oechsner, Preisträgerin Anne Martin, Professor Stephan Rinderknecht (Dekan), Nina Bredt (Präsidentin ZC Darmstadt 2017 - 2019) (Foto: Uta Klupp)

Die Strukturierung von Implantatwerkstoffen aus einem thermoplastischen Kunststoff stand im Mittelpunkt der Arbeit, mit dem Ziel, die Integration in den Knochen und somit das Anwachsverhalten des Kunststoffimplantats zu verbessern. Dieser Werkstoff hat gegenüber den heute üblichen Titanimplantaten die Vorteile, dass eine Diagnostizierbarkeit mittels Röntgenstrahlen möglich ist und der Werkstoff eine höhere Steifigkeit besitzt. Frau Martin hat ein Verfahren entwickelt, das die Strukturierung der Oberfläche mittels chemischer und physikalischer Prozesse ermöglicht. Dieses Verfahren wurde bereits erfolgreich zum Patent angemeldet.

Wie schon bei der letzten prämierten Arbeit im Jahr 2015 hat uns auch bei dieser Arbeit der interdisziplinäre Ansatz (Maschinenbau, Biologie, Medizintechnik und Materialwissenschaften) sehr gut gefallen. Darüber hinaus waren wir von dem langjährigen gesellschaftlichen Engagement von Frau Martin im Verein Studieren Ohne Grenzen e.V. beeindruckt, denn sie hat sich nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene als Vorstandsmitglied engagiert. Zusätzlich hat sie während ihres Masterstudiums ein Auslandssemester in Spanien absolviert und als Werkstudentin gearbeitet.
Die Preisverleihung findet am 26. Oktober 2017 im Gästerestaurant des Merck-Konzerns statt.

Preisträgerin 2015: Veronika Noll

Frau Veronika Noll, seit November 2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mechatronische Systeme im Maschinenbau an der TU Darmstadt, hat sich in ihrer Arbeit mit einem stark interdisziplinären Thema beschäftigt:

„Konzeptentwicklung und Parameterindentifikation eines biomechanischen Modells der Stumpf-Schaft-Schnittstelle von Beinprothesen"

In ihrer Arbeit hat sie sich die mechanische Interaktion an der Schnittstelle zwischen Mensch und Prothese während des Gehens in den Mittelpunkt gestellt. Durch die Erfassung der Bewegung und der daraus resultierenden mechanischen Lasten hat sie eine geeignete Modellstruktur erarbeitet und die notwendigen Modellparameter identifiziert.

Bei der Erstellung ihrer Master Thesis hat sie nicht nur mit den Fachbereichen Informatik und Sportwissenschaft zusammengearbeitet, sondern auch mit entsprechenden Probanden und einem Sanitätshaus, um ihrer Arbeit auch den notwendigen praktischen Input zu geben.
Gerade der für die Betroffenen außerordentlich wichtige Ansatz - und damit der hohe praktische Nutzen - sowie die Interdisziplinarität der Arbeit haben uns beeindruckt.

Persönlich hat Frau Noll nicht nur mit sehr guten Noten im Bachelor- und Masterstudium überzeugt, sondern auch mit ihren beiden jeweils ein Jahr dauernden Auslandsaufenthalten während der Schulzeit und des Studiums, einem freiwilligen sozialen Jahr in einem integrativen Kinderhort sowie ihrer langjährigen Mitarbeit in der Fachschaft des Fachbereichs Maschinenbau und als Tutor für Erstsemester.